Es sieht finster aus für die Sonnenfinsternis

Die Felsen gefallen mir so gut, dass ich mir hier in der Nähe einen Platz für mein Zelt suche. Allerdings ist das mal wieder nicht so einfach. Hier gibt es zwar einen Campingplatz aber der sieht irgendwie geschlossen aus. Schade eigentlich, der liegt nämlich direkt am Meer. Also schaue ich mir mal an was mir mein Navi und I Overlander vorschlägt. Sieht ziemlich mau aus hier in der Gegend. Aber in Pelluhue sind auf jeden Fall zwei Plätze. Also fix da hingefahren. Und zu meiner Freude liegt der Platz wieder direkt am Meer. Aber es scheint keiner da zu sein. Aber das Tor steht offen. Also bin ich mal so frei und fahre rein.
Mit der vollen Überzeugung, dass ich mein Zelt hier aufstelle schaue ich mir noch kurz die Toiletten an und meine Überzeugung entschwand auf der Stelle. Es gibt ja noch einen Platz in 2 km Entfernung.
Ja Pustekuchen. Da ist nix.
Ich glaube, ich bin noch etwas zu verwöhnt von europäischen Campingplätzen. Da habe ich zwar auch schon so einiges erlebt aber das hier ist schon eine andere Nummer. Aber daran gewöhn ich mich auch noch.
Jetzt heisst es erst einmal einen Schlafplatz zu finden. Es wird langsam dunkel und das Wetter sieht auch nicht so gut aus. Dann schau ich mal, ob ich eine Cabana finde.
Auf der Suche nach so einer Hütte sehe ich Omas Kuchen.

Die nennen hier das tatsächlich Kuchen. Kein Wunder, denn in Chile gibt es sehr viele Deutsche Einwanderer. Aber für Omas Kuchen habe ich jetzt keine Zeit.
Auf der Suche nach einem Schlafplatz kommt mir ein Auto entgegen, welches irgendwie seltsam aussieht. Dann merke ich was es ist: alle vier Räder stehen schräg ab. Entweder sind beide Achsen gebrochen oder ich hab irgendeinen Trend verpasst. Leider habe ich kein Foto davon. Das sah echt witzig aus.
Die Autos hier im Allgemeinen sind oft in einem, sage ich es mal so „desolatem“ Zustand. Naja, kein Wunder auf welchen Straßen sie so fahren. Ich glaube, ich beschwere mich nicht mehr über unseren TÜV. Manchmal macht der echt Sinn.
Und schon habe ich das nächste qualmende und nach Kupplung stinkende Auto vor mir. An einer Steigung quittiert es dann auch seinen Dienst und der Fahrer lenkt in eine Einfahrt. Dort steht ein Schild „Cabanas“ . Na wenn das kein Zeichen ist.

Zuerst stehe ich vor verschlossenem Tor und ein paar Hunde begrüssen mich. Der Besitzer lässt auch nicht lange auf sich warten.
Sergio heisst er und hat mir tatsächlich eine Hütte.

Sergio ist ein ganz lieber Mensch. Ist total bemüht, dass es mir hier gut geht und erzählt mir etwas über sein Leben.
Nach einer wohltuenden heissen Dusche falle ich auch ziemlich schnell in einen tiefen Schlaf.
Am nächsten Tag bin ich wieder fit und bereit für neue Abenteuer.
Sergio hat mir noch einen Tipp gegeben, dass man Richtung Süden schön an der Küste entlang fahren kann.
Bei meinem nächsten Fotostop in Buchpureo fahren 3 Motorradfahrer an mir vorbei und winken natürlich. Kurze Zeit später haben sie gedreht und sind extra wegen mir zurück gefahren. Ein Vater mit seinen zwei Söhnen machen eine kleine Tour (Eugenio hat mir auch schon geschrieben aber leider funktioniert seine Emailadresse nicht)
Die drei treffe ich später noch ein paar Mal.

Viele Häuser haben einen abenteurlichen Baustil

Kurze Zeit später lande ich wieder auf einer Schotterstraße. Die ist die meiste Zeit wunderbar zu fahren allerdings gab es ab und an sehr tiefen Schotter (den mag ich ja gar nicht) und in einer Kurve, kurz vor einer Brücke tiefen Sand (na, den mag ich erst recht nicht) Aber ohne zu stürzen fahr ich diesen schönen Küstenabschnitt entlang und meine kleine Guzzi und ich sind nach kurzer Zeit schon mächtig eingestaubt.

Hier finde ich auch einen super schönen Platz um das Zelt aufzubauen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das hier erlaubt ist. Ausserdem bin ich noch etwas skeptisch wegen der vielen Tsunami Warnschilder. Also geht es weiter.

Am Rio Itat ist das Schottern erst mal vorbei.

Und schon bin ich in der Stadt Concepcion.
Das hätte ich mir doch lieber sparen können. Ausser Lärm, stinkenden Autos und Trubel gibt es hier nichts. Und ich bin nur damit beschäftigt hier wieder raus zu kommen, dass ich vergessen habe, einen Supermarkt zu suchen und für heute Abend was zu kaufen.
Jedenfalls stand ich schon am Campingplatz und meine nicht vorhandenen Spanischkenntnisse machen die Kommunikation mal wieder etwas langwierig. Aber ich konnte mein Zelt hier auf stellen, wobei das anscheinend hier nur etwas für Tagesausflügler ist. Einen Pool gibt es hier sogar. Allerdings soll man mit leerem Magen ja nicht schwimmen gehen und ich hab jetzt echt Hunger. Oder war es mit vollem Magen? Egal. Hab Hunger….
Na dann geh ich halt heute früh schlafen und ein Hund hat die Nacht über neben meinem Zelt geschlafen. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob er auf mich aufgepasst hat oder drauf, dass ich nichts anstelle. Jedenfalls verzog er sich, als ich mich früh morgends aus dem Zelt gepellt habe.
Heute bin ich schon um 7 Uhr startklar. Und ja klar, hab Hunger.
Aber das ist das Schöne hier: an jeder Ecke gibt es Minimarket oder Supermercados.

Auf dem Weg nach Arauco zeigt mir das Navi eine schöne Strecke aber mittem im Wald steht eine Schranke und ein Wachmann erklärt mir, dass ich hier falsch bin. Dann will ich ihm das mal glauben und fahre ein Stück zurück und musste dann eine etwas ätzende Straße fahren. Aber zum Glück nicht lange und die Landschaft ist wieder mal ein Traum.

Ich überlege mir immer wo und wann ich meine Drohne steigen lasse. Aber da die Laufzeit der Akkus nicht sonderlich hoch ist, muss ich mir das einteilen. Vor allem das Handy ist schnell leer gesaugt. Ich muss mir da mal was überlegen. Vielleicht ein zweites Handy besorgen, welches ich nur für die Drohne benutze.


Auf dem Weg nach Lebu komme ich in zwei Checkpoints (wegen C)

Also rechts ist ein Checkpoint. Links das sind auch Geier.
Bei den Checkpoints musste ich meinen Pass zeigen und vom Flughafen hatte ich noch einen Zettel, dass ich authorisiert bin. Und mein fast schon zum Mantra gewordenes: Pardon, no hablo espanol, ließen mich dann ungeheligt weiter nach Lebu fahren.

Also das eine was ich auf Reisen so gar nicht leider kann ist, dass man nie eine Toilette findet, wenn man sie ganz dringend braucht. Und hier kann man nicht mal so eben an jede Tankstelle fahren und nach dem Toilettenschlüssel fragen.
Ich war auch kurz am überlegen, ob ich kurz mal eben hinter nen Baum gehe aber ich wollte nicht an dem Tod eines unschuldigen Baumes schuld sein. Zum Glück hatte ich an der nächsten Tankstelle mehr Glück. Da war mir das auch egal, dass der Zustand dieses stillen Örtchens mich dann doch eher zum Mord an einem Baum bringen würde….

Kurze Zeit darauf komme ich wieder zu einem Checkpoint. Wieder mein Mantra von mir gegeben und die Dame, die schon bereit stand Fieber zu messen, lächelte mich an und liess mich weiter fahren. Also manchmal ist es tatsächlich hilfreich kein Spanisch zu können.

Aber immerhin werde ich langsam an Zeltplätzen fitt um nach einem Schlafplatz zu fragen. Naja, dachte ich zumindest. Am nächsten Platz war es den Mädels komplett egal, dass ich so gut wie nichts verstand, denn sie redeten ohne Punkt und Komma. Immerhin ließen sie mich auf den Platz und sagten wohl, ich solle etwas nach weiter hinten fahren und dort kann ich mein Zelt an einem Fluss auf bauen. Fluss habe ich keinen gefunden aber dafür einen schönen Platz in einem kleinen Wald. Prima, denk ich mir noch so und fange an mein Zelt aus zu packen.


Da kam dann auch schon die Besitzerin und wollte mir wohl mitteilen, dass ich hier nicht campen kann und will mir einen anderen Platz zeigen und schob mich in ihr Auto. Damit fuhren wir ganze 100 Meter. Also dann eben hier das Zelt aufbauen. Als ich zurück gehen will um mein Zeug zu holen, schob sie mich schon wieder in ihr Auto. Andere Länder, andere Sitten.

Der Platz für die Nacht war jetzt aber auch nicht so schlecht.

Den Platz teile ich mir mit ein paar Schafen, Pferden und Vögeln.

Das Haus der Besitzerin steht direkt neben an und ist mal ganz anders, als die Häuser, die man hier so sieht. Erinnert mich irgendwie an Hundertwasser.

Eine eigene Feuerstelle habe ich auch und fliessend Wasser. Beim Zubereiten meiner Spaghetti bekomme ich irgendwie Lust auf Lammlaxe. Keine Ahnung warum….

Ich weiss nicht, ob es hier immer so leer ist aber es wird schon eine Weile her sein, dass hier jemand gebadet hat. Das ist schon fast ein Lost Place.

Neuer Tag und auf nach Pucon in das Motocamp. Darauf freue ich mich schon seit einer Weile.
Auf dem Weg dorthin taucht plötzlich der Vulkan Villarica auf. Schon sehr beeindruckend. Irgendwie flösst so ein Vulkan gehörigen Respekt ein. Man weiss ja schließlich nie, wann so ein Ungetüm ausbricht. In der Nähe möchte ich dann zumindest nicht sein wollen.

Vom Motocamp habe ich gar nicht so viele Bilder gemacht. Leider. Aber vielleicht fahre ich ja noch mal hin die nächsten Tage.

Bei schönstem Wetter bin ich angekommen, das Problem war nur, dass das Tor zu ist. Wie sich später heraus gestellt hatte, war das ein kleines Versehen. Während des Wartens, bis jemand den Schlüssel organsiert hat, gesellte sich Patricia zu mir. Sie ist auch im Motocamp. Mit Händen und Füssen unterhalten wir uns.
Einen Schlüssel hat anscheinend keiner von den Anwesenden und so riefen sie Cristian Maragaño an, der auch kurze Zeit später kam. Er ist schon etliche Kilometer um die Welt gefahren. Also jetzt nicht wegen des Schlüssels.

Das Motocamp ist wirklich toll gemacht. Alles sehr sauber und die Liebe zum Detail sieht man an jedem Türgriff und vor allem an der Bar.

Auch die Zimmer sind mit viel Liebe zum Detail ausgestattet

Die Bar

Die Küche

Heute kam endlich die ersehnte SMS von Entel (Telefonanbieter), dass mein Handy regestriert ist und ich habe endlich eine Nummer. Aber das Prozedere um die Karte auch aufladen zu können ist etwas, nun ja, etwas tricky. Aber Cristian erklärt es mir, allerdings funktioniert meine Visa nicht. Auch kein Problem, Cristian bezahlt mir seiner Karte und ich kann ihm das Geld geben.
Ich bin bei schönstem Wetter hier angekommen aber das sollte sich erst einmal ändern. Regen ohne Ende ist angesagt und für die Sonnenfinsternis sieht es gar nicht gut aus……

8 Antworten

  1. Tobi sagt:

    Hallo Flora, mein Frauchen ist hin und weg von deinen Reisen seit sie die entdeckt hat. Sie ist sogar mit deiner Schottlandreise ins neue Jahr gerutscht. Wir wünschen dir ein gutes neues Jahr und weiter viel Glück und Spass auf deiner Reise und werden dich weiter begleiten. Komm gesund wieder heim, ich warte auf die Leckerlis………

    • Flora sagt:

      Hallo Inge und Tobi,
      ach, das freut mich jetzt, dass ihr auf meine Seite gefunden habt.
      Naja, leider fehlen einige Reiseberichte. Ich komme einfach nicht hinterher das alles auf die Seite zu stellen. 🙂
      Tobi, du musst wohl noch ein Weilchen auf deine Leckerlis warten…
      Ein schönes neues Jahr wünsche ich euch. Gesundheit, Freiheit und Freude…
      Sonnigen Gruss aus noch 2020 in’s 2021

  2. Susanne Keinrad sagt:

    Hallo Flora,Michael und Susanne wünschen Dir ein gutes neues Jahr.Super Bilder geniale Homepage wie folgen Die egal wo Du gerade bist.🚀🎋📷🐈🌵😀.

  3. Meinolf sagt:

    Hallo Flora, Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr und alles Gute auf deiner Reise. Hat etwas gedauert, bis ich deine Seite gefunden habe. Aber du weißt ja, mein größtes Problem ist zwischen Stuhl und Tastatur. Es ist sehr interessant, dir in deine Berichten zu folgen. Halt uns weiter auf dem Laufenden.
    Und denk dran, immer schön oben bleiben und ich hoffe, das du nichts von dem brauchst, was wir geübt haben.
    Gruß Meinolf

    • Flora sagt:

      Hallo Meinolf 🙂 Schön, dich auf meiner Seite zu sehen. Ich wünsche Dir auch ein gutes, ein besseres Jahr 2021.
      Ich hoffe auch, dass ich nichts davon brauche, was Du oder der Roland mir gezeigt habt. (hab eh schon wieder alles vergessen) Na, das sind ja Aussichten 🙂 Aber hier in der Gegend (Motoaventura) gibt es schon mal Heidenau K60 Scout. Müsste also nicht lange darauf warten 🙂
      Schönen Gruss ins Sauerland
      Flora 🙂

  4. Iris sagt:

    Liebe Flora,
    auch wir wünschen Dir ein glückliches 2021 und für deinen Trip alles Gute und ganz viele wunderbare Erlebnisse und Begegnungen. Bitte lass uns weiter an deiner Reise teilhaben, dann können wir uns weiter mit dir freuen! Ganz liebe Grüße Iris mit Familie 😘

    • Flora sagt:

      Hallo Iris,
      euch auch ein friedliches, freies und normales 2021.
      Ich lasse euch gerne teil haben, solande ich Internet habe. Aber das ist hier echt etwas tricky. Meine Registrierung meines Handys hat irgendwie nicht so ganz geklapt und zack wurde es gesperrt. Erst mal zum Telefonanbieter (entel) und der wollte erst mal meine Rechnung des Handy sehen… ha ha haaaaa… Hat er nicht ganz verstanden, dass die in Deutschland ist. Aber haben wir dann irgendwie noch geregelt… Jetzt warte ich auf die Freischaltung….
      Lieben Gruss nach Känga am Nil
      Flora

  5. Flora sagt:

    Hi Dino, dir auch ein gesundes, freies und friedliches 2021 🙂 Danke dir für deine nette Nachricht. Ich hoffe, wir sehen uns im September in Mandello.
    Gruss Flora

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