Vom Winde verweht….

…. mit Wind hatte schon jeder Motorradfahrer zu kämpfen. Und Wind, sogar starker Wind, ist ansich nicht das Problem. Die Böen sind es. Wenn dir plötzlich der Wind von der Seite eine rein haut, dann kann das sehr unangenehm sein. Aber bisher ist alles noch im grünen Bereich. Aber das soll sich noch ändern.

Auf meinem Weg komme ich an Coyhaique vorbei. Eine Kleinstadt in der ganz schön was los ist. Aber die Stadt schaue ich mir auf dem Rückweg genauer an.

Der National Park Cerro Castillo ist mal wieder ein Traum. Ich muss auf jeden Fall noch ein mal hier her kommen und die Wanderstiefel einpacken und per Pedes diese wunderschönen Berge erkunden. Auch wenn hier im Süden die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass mein Mopped geklaut wird, lasse ich es trotzdem ungern alleine für ein paar Stunden stehen.

Hier im Süden sind die Alpakas eher selten anzutreffen.

Nach dem Dorf Villa Cerro Castillo nehmen die Böen enorm zu. Besonders übel ist es wenn ich in eine Linkurve fahre und der Wind prügelt mir das Vorderrad weg. Dann geht es jetzt etwas langsamer vorwärts. Auch recht, dann kann ich mir die Landschaft genauer anschauen. Am Lago Verde hört der Asphalt auf und es geht weiter auf Wellblechschotter, der sich zwischen Felsen durchschlängelt auf eine Anhöhe.

Danach habe ich freien Blick auf das Tal in dem der Ibanez River fliesst.

Traumhaft.

Eigentlich freue ich mich schon seit Beginn meiner Reise auf den Süden. Aber jetzt muss ich erst einmal gründlich überlegen, ob ich weiter fahre. Es liegen 100 km Wellblech auf Schotter, starker Wind und null Tankstellen vor mir. Jeder einzelne Fall wäre leicht zu ignorieren. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das schaffe. Zumal ich auch nicht weiter in den Süden komme, da die Grenzen dicht sind. Verflixt. Ich überlege noch eine Zeit lang hin und her und her und hin.
Zähneknirschend und etwas enttäuscht von mir selber fahre ich wieder zurück. Aber ab und zu sollte man auf sein Bauchgefühl hören.

National Park Cerro Castillo


Ich fahre stattdessen nach Puerto Ingeniero Ibáñez. Auch hier pfeifft der Wind ordentlich um den Helm. In dem kleinen Dorf gibt es auch eine Fährverbindung über den Lago Gral Carrera nach Chile Chico. Aber die ist natürlich gerade eingestellt. Alles nur noch bekloppt.
In einem kleinen Supermarkt frage ich den Verkäufer, ob es hier WiFi gibt, da ich meine Karte aufladen muss. Er sagt mir, dass es in der Buchhandlung WiFi gibt aber die ist jetzt zu. War ja klar.
Aber er lässt mich netterweise sein WiFi benutzen. Da hat auch alles prima geklappt, allerdings habe ich mich dann noch eine Weile mit dem Telefonanbieter Entel rumgestritten. Am Ende hatte ich dann aber doch meine Karte aufladen können. Trotzdem war ich immer noch etwas geknickt, dass ich nicht weiter in den Süden gefahren bin. Auch die tolle Aussicht auf den See konnte mich nur bedingt etwas aufheitern.

In der Nähe gibt es auch einen sehenswerten Wasserfall. Aber das hab ich erst später mit bekommen. Dafür gibt es hier wieder schön gemachte Straßenkunst.

In der Nähe gibt es einen Campingplatz, der Pferde für Ausritte hat. Da werde ich mal niederlassen. Allerdings funktioniert hier weder die Dusche noch die Organisation für einen Ausritt. Also dieser Tag kann jetzt weg. Wenigstens kann ich noch ein paar Fotos schiessen.

Ein seltener südchilenischer Baumhase

Würde ich diese Reise mit einem Kastenwagen oder ähnlichem machen, hätte ich die Bude schon längst voll mit Hunden und Katzen.

Es ist schwer das zu widerstehen.

Wer beobachtet hier wen?

Hier auf dem Hof tummeln sich allerhand an Tieren. Pferde, Katzen, Hunde, Schafe, Truthähne… Die Hunde haben alle Pfoten voll zu tun um die Schafe beisammen zu halten.

Das nächste Foto zeigt, dass Schafe nicht nur für die Wolle gehalten werden. Wenn jemand kein Blut sehen kann, dann schnell weiter srollen.

Blutrünstiger Welpe 😉

Ein bisschen hässlich sind sie ja schon.

Aber selbst so ein Vogel hat seine Fans.

Jetzt schmeiss ich mich in mein Schlafgemach und bin gespannt, was der nächste Tag bringt…….

9 Antworten

  1. Inge sagt:

    Wer hätte gedacht, dass Chile so ein tolles Land ist. Na Flora natürlich, sonst wäre sie nicht weg und hin.
    Wirklich faszinierende Bilder wieder. Nur schade, dass so viele Sachen geschlossen sind und die Straßen
    so schlecht. Also aufpassen….. Begeisterte Grüße aus Köngen von Inge

  2. der Holm sagt:

    Chile steht auch schon lange auf meiner Reisewunschliste. Aber letztes Jahr hat ja nicht mal ein Inselurlaub auf Martinique und Guadeloupe geklappt.

    Flora: Wann geht es eigentlich weiter Richtung Norden? Bist Du denn noch im Zeitplan? Und: Bislang waren kaum Bilder mit Deinen Mahlzeiten dabei.. es müssen ja nicht gleich alle sein, doch mich interessiert auch, was die Motorradfahrerin auf ihrer Weltreise so futtert.

    Mahlzeit!

  3. stanislav bojan zupet sagt:

    Nice….

  4. axel sagt:

    hi flora!
    liebe grüße aus landshut!
    schön weiterschreiben, und auf dich aufpassen…
    gruß marina und axel

  5. der Holm sagt:

    … und in der alten heimat wartet die Gemeinde dringend auf Neuigkeiten!

    so empfindet es jedenfalls der Holm. 🙂

    Pass uff Dir uff, wa!

  6. stanislav bojan zupet sagt:

    That park looks super

  7. Inge sagt:

    Hi Flora, ich glaube, so langsam machen sich deine Fans wirklich Sorgen.
    Wir haben so lange nichts mehr von dir gehört. Hoffentlich geht`s dir gut.
    Wir warten auf eine Nachricht………

    • Flora sagt:

      Hallo Inge,
      ihr braucht euch keine Sorgen machen. Mir geht es gut. War nur etwas turbulent die letzte Zeit. Und dann wie gehabt. Entweder kein Strom oder kein Netz.
      (Spoileralarm: ich bin jetzt in Florida) 🙂
      Lieben Gruss auch an Tobi (ich hoffe, ihm geht es besser)

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